Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
Sonderausstellung „Helden – Märtyrer – Heilige: Wege ins Paradies“ – Ein interaktives, inklusives und nachhaltiges Erlebnis zwischen Tradition und Moderne

Erbrachte Leistungen: Leistungsphasen 1-7 nach HOAS. Szenografie, Ausstellungsarchitektur, Grafikdesign, Planung der interaktiven Stationen, Erstellung der Animationen, Medienkonzept und Programmierung, Lichtkonzept.

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Die Sonderausstellung entführt die Besucher:innen in die faszinierende Glaubenswelt des Spätmittelalters. Alltagshelden, Actionhelden, Superhelden – seit jeher dienen Helden als Vorbilder und Leitbilder. Die Ausstellung zeigt anhand prominenter Gemälde und Skulpturen, wie sich Menschen damals mit Helden, Märtyrern und Heiligen identifizierten, um mit allen Mitteln ins Paradies zu gelangen. Die Schau vereint rund 50 Exponate aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, darunter Werke von Veit Stoß, Tilman Riemenschneider und Konrad Witz, und illustriert, wie die Menschen im Spätmittelalter von den Heldentaten ihrer Vorbilder erfuhren und sich an ihnen orientierten. Die Lebensgeschichten der Heiligen und Märtyrer folgen dabei dem klassischen Muster der „Heldenreise“ Jesu: von der Berufung über Bewährungsproben bis hin zur Aufopferung und dem endgültigen Triumph – ein Erzählmuster, das bis heute in Hollywoodfilmen und modernen Mythen wiederzufinden ist.

Die Ausstellung ist als interaktive Heldenreise konzipiert: In den kabinettartigen Räumen erleben die Besucher:innen den Leidensweg Christi, begegnen dem Märtyrer Veit im Ölkessel und bestaunen das Wunder des Heiligen Blutes. Am Ende erwartet sie das Paradies – ein strahlend weißer Raum, in dem verschiedene Vorstellungen vom Paradies aus unterschiedlichen Religionen hinterfragt werden.

Jedes Exponat steht im Vordergrund, wird aber durch die Kontextualisierung in den historischen Kontext lebendig. So erzählt jedes Werk nicht nur von sich selbst, sondern auch von der Glaubens- und Lebenswelt der damaligen Zeit.

Die Ausstellung ist barrierearm gestaltet und spricht Menschen jeden Alters, Bildungsgrades und kulturellen Hintergrunds an – auch solche mit kognitiven Einschränkungen. Texte in Leichter Sprache und ein intuitives Orientierungssystem sorgen für eine niedrigschwellige Präsentation. Die Schau lässt sich vollständig analog erleben – oder durch digitale Vertiefungsangebote bereichern, die Hintergrundinfos, Lebensläufe der Künstler:innen, Audioguides und interaktive Stationen bieten.

Der Schutz der Exponate hat höchste Priorität: Passive Klimatisierung sowie UV-arme Lichtquellen sorgen für optimale Konservierungsbedingungen. Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle: Vitrinen werden wiederverwendet, und es kommen ressourcenschonende Materialien zum Einsatz.

Die Ausstellung verbindet die traditionelle Kunstpräsentation mit modernen, interaktiven Elementen, sie lädt ein, über Glaubensfragen auch im Hier und Jetzt nachzudenken.

Team: Hella Vormann, Julia Scholzen, Stefan Nowak.

 

The special exhibition transports visitors into the fascinating world of faith in the late Middle Ages. Everyday heroes, action heroes, superheroes – heroes have always served as role models and ideals. Using prominent paintings and sculptures, the exhibition shows how people at that time identified with heroes, martyrs, and saints in order to reach paradise by any means necessary. The show brings together around 50 exhibits from the 13th to 15th centuries, including works by Veit Stoß, Tilman Riemenschneider, and Konrad Witz, and illustrates how people in the late Middle Ages learned about the heroic deeds of their role models and used them as guidance. The life stories of the saints and martyrs follow the classic pattern of Jesus‘ “hero’s journey”: from calling to trials to sacrifice and ultimate triumph – a narrative pattern that can still be found today in Hollywood films and modern myths.

The exhibition is designed as an interactive hero’s journey: in the cabinet-like rooms, visitors experience Christ’s suffering, encounter the martyr Veit in the oil cauldron, and marvel at the miracle of the Holy Blood. At the end, paradise awaits them — a bright white room in which different ideas of paradise from different religions are questioned.

Each exhibit stands in the foreground, but is brought to life through contextualization in the historical context. In this way, each work tells not only its own story, but also that of the beliefs and lives of the time.

The exhibition is designed to be accessible, with some limitations and appeals to people of all ages, educational levels, and cultural backgrounds — including those with cognitive impairments. Texts in easy-to-read language and an intuitive orientation system ensure a low-threshold presentation. The show can be experienced entirely in analog form — or enriched with digital content offering background information, artists‘ biographies, audio guides, and interactive stations.

Protecting the exhibits is a top priority: passive climate control and low-UV light sources ensure optimal conservation conditions. Sustainability plays a central role: display cases are reused and resource-saving materials are used.

The exhibition combines traditional art presentation with modern, interactive elements, inviting visitors to reflect on questions of faith in the here and now.

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