
Grenzräume im Fluss: Der Niedergermanische Limes
Über vier Jahrhunderte lang markierte der Niedergermanische Limes die Trennlinie zwischen der römischen Provinz Niedergermanien und dem unbesetzten germanischen Siedlungsgebiet. Doch wie entstand und transformierte sich diese rund 400 Kilometer lange Flussgrenze entlang des Rheins? War sie ein unüberwindbares Bollwerk oder eine fluide Membran, die Menschen trennte oder vielmehr verband? Wie prägte der kulturelle Austausch und subtile Beeinflussung das alltägliche Miteinander?
Die Ausstellungsarchitektur greift die Ambivalenz dieser Flussgrenze baulich und szenografisch auf: Ein raumbestimmendes, abstrahiertes Band, das an den mäandernden Lauf des Rheins erinnert, schneidet durch den Ausstellungsraum und gliedert ihn in zwei kontrastierende, aber visuell verbundene Sphären. Diese architektonische Barriere ist jedoch bewusst durchlässig gestaltet: Durchbrüche, Blickachsen und integrierte Vitrinen erlauben ein ständiges visuelles und physisches Wechselspiel zwischen „diesseits“ und „jenseits“. Im Zentrum dieser räumlichen Inszenierung stehen die damaligen Bewohner selbst, deren Perspektive auf das Leben mit den Römern als Ausgangspunkt der Betrachtung dient.
Über 400 hochkarätige Exponate sind direkt in die szenografische Grenzlinie eingebettet und machen die Lebensumstände und -erfahrungen beider Seiten greifbar. An architektonisch markant hervorgehobenen Transfer-Stationen schlägt die Ausstellungsarchitektur zudem geschickt den Bogen zu anderen historischen Trennlinien – unter anderem zur deutsch-deutschen Grenze zwischen 1948 und 1989.
- Auftraggeber
- Lippisches Landesmuseum Detmold
- Ort
- Detmold
- Art
- Wechselausstellung
- Leistungen
- Gestalterische Konzeption, Ausstellungsarchitektur, Szenografie, Medienkonzept, Informationsdesign. Realisierung
- Team
- Julia Scholzen, Kristine Fester (GoodtoKnow); Illustrationen: Samson Götze, Patrizia Widritzki (GoodtoKnow)
- Fotos
- © nowakteufelknyrim


